Für Stadt und Kreis

Wir leben in einer schönen, ländlich geprägten Region mit traumhaften Plätzen, an denen man sich wohlfühlen kann. Trotzdem profitieren wir von der unmittelbaren Nähe zum Oberzentrum Bremen. Diese Kombination macht unseren Lebensraum attraktiv und wir müssen uns bemühen, ihn zu erhalten. Wir haben jedoch auch einige Herausforderungen, die wir in den kommenden Jahren meistern müssen:
 

  • Der finanzielle Handlungsspielraum von Stadt und Landkreis ist verbesserungswürdig. Es muss gelten, die Einnahmesituation durch eine aktive Wirtschaftförderung und Ansiedlungspolitik zu verbessern. Notwendig sind hierfür attraktive, gut erreichbare und erschlossene Gewerbe- und Industriegebiete.

  • Bildungspolitik genießt einen hohen Stellenwert. Wichtig ist, dass die Wahlfreiheit der Eltern, für jedes Kind eine den Bedürfnissen und Begabungen entsprechende Schulformen zu finden, erhalten bleibt.

  • Das gesellschaftliche Leben ist auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Dies sollte stärker gefördert werden. Das bedeutet einerseits auf die Bedarfe von Vereinen einzugehen, aber auch mehr Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit. In diesem Zusammenhang freue ich mich, dass der Stadtrat im Dezember 2018 beschlossen hat, die von uns lange geforderte Ehrenamtskarte in Osterholz-Scharmbeck einzuführen.

  • Wir müssen uns bewusst sein, dass sich Städte in den kommenden Jahren grundlegend ändern. Vieles, was früher traditionell im persönlichen Kontakt vonstatten ging, verlagert sich in Richtung Internet - und das trifft viele Lebensbereiche sowohl im Dienstleistungsbereich als auch in Handel oder der Verwaltung. An diese Veränderungen müssen wir unsere Stadt und unsere Gemeinden rechtzeitig anpassen und sie in Anbetracht dessen, was auf uns zukommt, zukunftsfähig machen und nicht nur auf Veränderungen reagieren. Wie soll unsere Stadt, bzw unsere Gemeinden in 10, 20 oder 30 Jahren aussehen? Diese Frage müssen wir uns heute stellen, denn die Rasanz von Veränderungsprozessen nimmt stetig zu.

  • Ein Punkt, der mir persönlich am Herzen liegt, ist die verstärkte Einbeziehung von Bürgern in Fragen, die die Stadt und den Landkreis betreffen. Man sieht Diskussionen in Internetplattformen und sozialen Medien sowie teilweise auch in Leserbriefen, die geprägt sind von tiefem Misstrauen in staatliche Institutionen und politische Entscheidungsprozesse. Das zu lesen ist manchmal frustrierend, denn sowohl ehrenamtliche Mandatsträgern als auch Verwaltung geben ihr Bestes und sind bemüht immer im Interesse der Bürger und der Stadt zu handeln. Ich würde mir daher wünschen, dass Entscheidungsprozesse offener gestaltet werden, denn Transparenz und Teilhabe erhöhen die Akzeptanz und letztlich das Vertrauen in die getroffenen Entscheidungen. Ein gutes Beispiel ist für mich immer der Runde Tisch in Garlstedt, an dem auch mal leidenschaftlich und ausdauernd diskutiert wird. Am Ende unterstützt auch nicht unbedingt jeder die getroffene Entscheidung, aber man kennt alle Argumente und weiß, wie und warum das Ergebnis so zustande gekommen ist.