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27.09.2019, 10:47 Uhr
Knippessen des Kreisverbandes
Deftiges Essen und klare Worte
Zum 2. Mal richtete der Kreisverband der Christdemokraten in diesem Jahr das Knippessen auf dem Gut Sandbeck aus. Neben den zwei Mal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen war es das Ziel des Kreisvorstandes den Mitgliedern die Möglichkeit zu geben in geselliger Atmosphäre zusammenzukommen, zu essen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Dass dieses Konzept aufgeht, zeigte die gute Resonanz und die positiven Rückmeldungen der Gäste. Die stellvertretende Kreisvorsitzende Marie Jordan begrüßte die Gäste in der guten Stube der Stadt Osterholz-Scharmbeck und nutzte die Gelegenheit den CDU-Mitgliedern aus dem gesamten Landkreis ein paar Informationen über das historische Ensemble und die heutige Nutzung zu geben. Darüber hinaus erläuterte sie, dass das Knippessen dazu dienen solle, auch kontroverse Diskussionen innerhalb der Partei zu führen. Die CDU sei eine Volkspartei und daher müsse man in der Lage sein ein breites Meinungsspektrum abzubilden und auch unangenehme Themen sachlich anzugehen – und sie weder totzuschweigen, noch den Populisten zu überlassen. Und hierzu hatte man mit dem Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtages, Frank Oesterhelweg, den richtigen Referenten gefunden. Bevor das deftige Knipp auf den Tisch kam, bekamen die Gäste deftige Worte zu hören. In einem thematischen „Rundumschlag“ ging es um die Themen Agrarpolitik, Umwelt- und Klimapolitik sowie um die Migration und Flüchtlingsbewegungen. Frei nach dem Motto von Franz-Josef Strauß den Menschen aufs Maul zu schauen, aber nicht nach dem Mund zu reden, kritisierte Oesterhelweg, dass es auch in einer Volkspartei nicht sinnvoll sei, immer dem Mainstream zu folgen, sondern Wahrnehmungen auch zu hinterfragen. Insbesondere in der hitzigen Migrationsdebatte des vergangenen Jahres seien seine kritischen Äußerungen stark kritisiert worden. Nur wenige Monate später sagte die damals neu gewählte Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer dasselbe, wofür er noch angegangen worden sei. Man müsse andere Meinungen zulassen und sich inhaltlich damit auseinandersetzen. Als Landwirt lag ihm ebenfalls das Thema Agrarpolitik am Herzen. Die Landwirtschaft leide unter strengen Auflagen, deren Erfüllung in einzelnen Bereichen die Arbeit stark einschränke. Landwirte, so stellte Oesterhelweg klar, leisteten einen großen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Die Notwendigkeit weiterer bürokratischer Maßnahmen müsse ernsthaft geprüft werden, um auch kleinen, bäuerlichen Betrieben ein wirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichen. In Sachen „Klimapolitik“ hielt es Oesterhelweg mit dem Tübinger Bürgermeister Boris Palmer, den er mehrfach zitierte. Palmer hatte in einem Interview erklärt, dass planvolles Handeln statt eines Verfallens in Panik notwendig sei, um sinnvolle Maßnahmen zur Eingrenzung und Reduzierung des Klimawandels zu ergreifen. Viele der anwesenden CDU-Mitglieder dankten Oesterhelweg für die klaren Worte und freuten sich, dass er nach Osterholz-Scharmbeck gekommen war. Anschließend wurden die Gespräche und Diskussionen beim Knipp weiter verfolgt und vertieft und man war gespannt, welcher Referent im kommenden Jahr die Knipp-Rede halten werde.